Project Description

Meine 28 Tage Raw Cleanse

Während ich diese Zeilen schreibe, bin ich schon bei Tag 3 angelangt. Ich wollte erst nachspüren, wie es sich enfühlt, bevor ich das Projekt herausposaune. Ich hatte schon 15 Tage im Juli geschafft. Da hat die Krankheit meines Partners ein Strich durch die Rechnung gemacht. Mein altes Muster, Kummer mit Süß-Fettigem zu beruhigen, kam dann stark zum Ausdruck und machte es unmöglich, weiter zu machen. Ich weiß also nicht, wie viele Tage ich diesmal schaffe (das Leben hält nun mal schwierige Ereignisse parat). Disziplin zum Fasten kann ich super leicht aufbringen. Eine Rohkost-Kur ist eine ganz andere Herausforderung, obwohl ich schon seit 7 Monaten weit überwiegend Rohkost esse: Zumal diese “Cleanse”, wie von Anthony William beschrieben, Nüsse, Öle und Avocado vermeidet. Dies ist zwar für die Entlastung der Leber essentiell aber zugleich meine größte Herausforderung.

Es war schon eine krasse Reise der Entwöhnung bis hierher: Rauchen habe ich vor gut einem Jahr aufgegeben, Kaffee vor 4 Monaten. Alkohol gibt es bei mir max einmal alle 2 Monate, Gluten habe ich vor 2 1/2 Jahren aus meinem Leben gekickt, Zucker und geschätzt 80% aller Fertigprodukte ebenso. Vegan bin ich seit 6 Monaten. Das Medical Medium Protokoll wende ich seit 7 Monaten so gut es geht an. Das Protokoll ist keine Diät und schließt kein Ernährungskonzept aus. Man kann es integrieren egal ob man vegan, paläo oder Rohköstler ist. Wichtig ist aber (wenn man krank ist) den Fettgehalt drastisch zu reduzieren. Ich verzichte mit dem Protokoll auf Mais, Rapsöl, Soja, weil sie (zusätzlich zu Schweinefleisch, Milchprodukte, Eier und Gluten) zu den Nahrungsmitteln gehören, die Viren füttern und so drastische Veränderungen durch die Landwirtschaft erlebt haben (Stichworte Genmanipulation, Massentierhaltung, Pestizide) dass sie heutzutage für chronisch Erkrankte nicht mehr zumutbar sind (Anthony William, Heile deine Schilddrüse, Arkana 2018)

Die Cleanse (Reinigungskur) schließt so oder so zusätzliche Fette aus, also auch keine ansonsten sehr gesunden Nüsse, Kokosöle oder Avocado. Für 28 Tage. Je kränker man ist, desto wichtiger ist dieser Aspekt. Ich weiß, dass die Keto-Befürwörter anderer Meinung sind: ich war selber überzeugte “Ketogenerin”. Ich wurde aber davon sehr krank. So krank wie viele Jahre nicht mehr, nachdem es einen superguten Aufschwung gegeben hatte.

Am wichtigsten, um auf dieser  Kur durchhalten zu können ist es für mich, genug zu essen. Das bedeutet bei Rohkost, dass in den Wachstunden minimum alle 60 Minuten ein Snack reinkommt. Es wird “gegrast”, also wie die Pferde auf der Koppel immerzu etwas gegessen. Das ist zum einen wichtig, weil Rohkost nicht die Kaloriendichte hat, wie “Standard-Essen”, zum anderen ist es bei meinen überlasteten Nebennieren unerlässlich, und da auch noch die PTBS ordentlich Glukose frisst, will ich keinen Mangel riskieren. Ich habe gelernt, dass es im Grunde genommen nur  ZWEI Grund-Gelüste gibt : Entweder nach Glukose oder nach Mineralsalzen. Dieses Wissen wende ich an, indem ich dafür sorge, dass von beiden immer genug reinkommt. Das erfordert Fokus, knallharte liebevolle Prioritäten und Selbstliebe. Früher konnte ich nichts essen, wenn ich Angst hatte, dafür hatte ich Fressattacken, wenn die sich legte. Ich habe in diesem jahr gelernt, meine liebevolle Nahrungsaufnahme von den momentanen Gedanken zu trennen. Es gelingt immer besser. Die effektivste Kombi aus Glukose+Mineralsalze besteht für mich in 3 Datteln mit einem Handvoll Spinatblättern. Grünes Blattgemüse spielt so oder so eine Hauptrolle im Stück “natürlich gesund statt chronisch krank”.

Morgens trinke ich den Saft einer 1/2 Zitrone in einem Glas Wasser, um die Leber aufzuwecken. Ich warte 15 Minuten und dann kommt 0,5 l Selleriesaft dazu. Ich warte wieder 15 Minuten und frühstücke dann. Meistens die “Heavy-Metal-Detox-Smoothie” von Anthony William. Das klingt nach Hard-Rock, ist aber eine wohlschmeckende Heilmischung aus Dulse (atlantisches Meeresgemüse), Spirulina, Koriander, Gerstengras und Wildheidelbeeren. Diese Abfolge ist meine feste Routine. Sprossen züchte ich selber und Löwenzahn + Brennessel finde ich auch in den kalten Monaten im Park.

Ich habe keinen Dehydrator. Ich kann aber nicht ohne meinen Entsafter. Apfel-Möhren-Ingwersaft hält mich zufrieden. Gurken- und Ananassaft ebenfalls. Melissentee und Süßholzpastillen begleiten als Genuss- und Heilmittel zugleich meinen Tag.

Supplements wie B12, Ester C, Ginkgo, GABA und Zink helfen mir Mängel vorzubeugen.

Heilkräuter und -Pilze wie Sternanis, Hibiskus, Chaga, Reishi, Katzenkralle, Ashwaghanda und Große Klette unterstützen mich auf meiner Reise.

Mein Speiseplan umfasst vor allem: Äpfel, Aprikosen, Bananen, Beeren (zur Zeit TK), Birnen, Datteln, Feigen, Granatapfel, Kiwis, Mangos, Melonen, Orangen, Mandarinen, Papayas, Weintrauben, Zitronen, Blattgemüse, Gurken, Kohl, Radieschen, Möhren, Keimlinge/Sprossen, Staudensellerie und Zwiebeln.

Und es ist mittlerweile Tag 7. Mir geht es gut. Körperlich ist Energie vorhanden, psychisch bin ich stabil bis positiv.

Mal schauen, was Woche 2 bringt. Mein Freund ist zwar Veganer, kocht aber so lecker, dass ich mich mindestens 1mal am Tag darauf freue, wieder “Gekochtes” zu essen…

Heute ist Tag 11. Es läuft super, ich mache einiges, um die Lymphe im Körper in Bewegung zu halten (Trampolin, Sauna, EMS, draußen bewegen), was für meinen Körper sehr hilfreich ist. So habe ich diesmal nicht mit Kopfschmerzen und Müdigkeit zu kämpfen. Wohl aber mit Akne und unangenehmen, phasenweise auftretenden  “Druck-Ausgleiche” im Ohr (es ist laut und beinflusst geringfügig mein Gleichgewicht). Als hätte man gerade eine Mittelohr-Entzündung überstanden. Ich bin ein “Mittelohr-Kind” und Akne habe ich auch seit meinem 13. lebensjahr immer mal wieder. Doch so aufdringlich entzündlich wie jetzt ist es schon bemerkenswert. Womit man in einer Fasten- oder Reinigungskur immer rechnen muss, sind “Flareups” also ein Wiederaufflammen alter Symptome, sowie auch Entgiftungserscheinungen. Sollten diese zwei Faktoren Überhand nehmen, werde ich folgendes essen: Gedämpfte Kartoffeln und ditto Kürbis. Die körperlichen Symptome sind aber gut aushaltbar. Psychisch habe ich in letzter Zeit extremst, wie viele wissen, mit PTBS/ Angstattacken zu kämpfen. So auch schon zwei Mal in den letzten 11 Tagen (heute Nacht zuletzt). Sie erschüttern mich und mein Vertrauen tagelang.  Die Attacken sind nicht schlimmer durch die “Kur” geworden” aber auch nicht besser. Dafür sind die Tage zwischen den “Anfällen” wesentlich klarer, fokussierter und positiver. Daran orientiere ich mich.

Tag 18: So eben hat mein wackelndes Internet alles gelöscht, was ich als Update geschrieben habe…Deswegen fällt mein Text jetzt etwas kürzer aus: Mir geht es gut, ich leide nicht besonders unter “Detox-erscheinungen” (nur Akne, brennende Nervenschmerzen, Ohrensausen und Durchschlafschwierigkeiten). Also nichts, was mich beunruhigen würde. Ich sorge für tägliche Bewegung, Meditation, regelmäßige Sauna/ Rotlicht, um meinen Körper bei der Entgiftung zu unterstützen. Seit 2 Tagen machen mich die “Kochgerüche” der anderen total hungrig. Das war vorher nicht so. Da haben mich die Gerüche kalt gelassen. Ich reagiere, indem ich mich mit Obst und Blattgempse vollstopfe. Satt lässt es sich vernünftigere Entscheidungen machen.

Ich bin immer nur EINEN Schritt davon entfernt, eine schlechte Entsceidung zu treffen. Als Mensch mit starken Lebensmittel-Süchten, fragt jeder Tag nach einer bewussten Ausrichtung. Seit 5 Tagen keine Panik-Attacken: es ist wie Urlaub und hilft mir definitiv, bei der Stange zu bleiben.