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Tun statt denken: Techniken

Meditation ist ein Geschenk des Geistes an sich selbst (Lama Ole Nydahl)

Ob du meditierst, nähst oder joggst, um deine Gedanken zu beruhigen: Konzentration muss dafür zur Verfügung stehen. Sonst ist das was du tust halbherzige Ablenkung. Ich werde dir jetzt verschiedene Konzentrations-Techniken (Dharana) aus dem Yoga Sutra vorstellen, zur Sammlung des Geistes. Wenn dich eine anspricht, dann musst du nicht dafür still sitzen. Du kannst sie beim Abwaschen oder unter der Dusche ausprobieren. Hauptsache, es läuft kein Ablenkungsprogramm, wie Fernseher etc.

  • Visualisierung: hole dir dein Lieblingsobjekt, sei es ein Heilstein, ein Bild oder eine Blume, was auch immer, Hauptsache du liebst es abgöttisch. Schaue es dir an. Schließe dann die Augen und visualisiere es. Verblasst das Bild, so öffne wieder die Augen und schaue das Objekt wieder an.
  • Tratak: eine Kerze anstarren. Tränende Augen ist ein erwünschter Nebeneffekt (das reinigt sie)
  • Mantra: du wiederholst ein Mantra, ein Wort oder ein Satz. Sobald dein Geist wandert, sprichst du dein Wort/ Begriff. Das muss nicht „OM“ sein, sondern etwas, das für dich eine positive Bedeutung hat. Für mich war es jahrelang „mir soll es gut gehen“.
  • Energie-Konzentration: Wenn du mit den Chakras (Energiezentren) des Körpers vertraut bist. Sonst nimm einfach wahr, wo im Körper du was fühlen kannst…es gibt immer irgendwas, das kitzelt, zwickt und brummt. Wenn du Schmerzen hast, dann schau auch, wo keine Schmerzen sind (manchmal muss man dafür in den großen Zeh oder in die Nasenspitze mit der Aufmerksamkeit gehen, aber es ist wichtig zu fühlen, dass der Schmerz begrenzt ist)
  • Atembeobachtung: Atmen kannst du nur jetzt. Und deshalb ist die Konzentration auf den Atem so wertvoll. Nichts ändern oder hinzufügen, nur die Atembewegungen fühlen,
  • Achtsamkeit: Wahrnehmen was ist. Was kannst du hören, fühlen, sehen? Die wichtigste Achtsamkeits-Technik ist jedoch wahrzunehmen, wie der eigene Geist alles tut, um uns von der Meditation abzuhalten.
  • Abstrakte Techniken: Die Frage aller Fragen stellen „wer oder was bin ich?“. Die wichtigste Frage für mich ist „Was unterscheidet Prakriti (Ur-Materie, Natur) von Purusha (Ur-Seele, Mensch)“, „ist meine Haut wirklich die Grenze zwischen mir und den anderen, wo höre ich auf und wo fangen die anderen an?“. Du merkst, hier wird es philosophisch und es erfordert etwas mehr Konzentration, um der Frage nachzugehen. Gleichzeitig zielen alle Techniken auf die Beantwortung der Frage ab.

(Aus Patanjalis Yoga Sutra Kapitel 1;34-1;39)

Konzentration ist das Bett, in dem Achtsamkeit Frieden gebären kann. Michelle Laise

Teil I
Teil II