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Warum ist Meditation am Anfang so mühselig? Die 5 Vrittis (Bewegungen) deines Geistes haben zum Teil konträre Inhalte: „ich will meditieren, es ist gut für mich“ versus „ich hasse meditieren“.

Es dauert deshalb eine gewisse Zeit, bis Meditation zu einer lieben Gewohnheit wird. Das Wichtigste, was du verinnerlichen musst: Du kannst nichts, absolut NICHTS verpassen, während du meditierst, obwohl die Vrittis es dir weismachen wollen. Es ist sozusagen „Ihr Job“. Und wieso kannst du nichts verpassen? Weil das hier alles ist, was da ist. Du, ich, wir sind Purusha. Das, was wir „draußen“ scheinbar als von uns getrennte Objekte erleben, das ist alles Prakriti. Unsere eigene Kreation. Alle sind sie aus den gleichen Gunas (Tamas, raja, sattwa) nur in unterschiedlichen zusammensetzungen. Alles ist das Gleiche. Wenn du also still sitzt und ein Meditationsobjekt vor dir hast (Kerze, Stein, Lied, Figurine o.ä.) dann steht dieses Objekt stellvertretend fürs ganze Universum. Alles andere sind nur Variationen. Ist es nicht beruhigend zu wissen?

Was sind also die 5 Vrittis? Sie kommen daher als Gedanken und Gefühle und werden von Patanjali so benannt (Yoga Sutra 1;2)

  1. Korrektes Wissen (das wollen wir)
  2. Falsches Wissen (die Wahrheit bleibt uns verborgen)
  3. Tiefschlaf (keine Kontrolle über den Geist)
  4. Erinnerungen (wir sind in der Vergangenheit)
  5. Vorstellungen (wir sind in der Zukunft)

Wenn du die „Vrittis“ kennst und anfängst sie zu beobachten, nimmst du ihnen bereits viel Macht. Wenn du sie als Muster wahrnimmst und sie sogar unterscheiden kannst (denn Nr.1 wollen wir kultivieren), dann bist du extrem gut unterwegs Richtung Freiheit.

Die Vrittis sind ein Fluch aber gleichzeitig der Wegweiser: Die Sehnsüchte-Vrittis, die du spürst, versuchen das Rufen des Purushas (Welt-Seele) in der relativen Welt der Objekte zufrieden zu stellen. Die Sehnsucht nach dem Unendlichen kann aber niemals auf der endlichen, begrenzten Ebene gestillt werden. Und so stellt sich Konsum-Müdigkeit ein. Das ist ein der Zeichen dafür, dass wir nach etwas „Echtem“ suchen und erkannt haben, dass es nicht durch noch so angesagte Produkte geht.

Dharana, also die Konzentration auf eine Sache, auf ein Vritti (Mantra, Bild, Gefühl) hält den Strom der anderen Vrittis auf. Dharana bündelt und reorganisiert die gegensätzlichen Strömungen deines Geistes. Und du weißt mittlerweile, dass Meditation nicht bedeuten muss, dass du still sitzt und dich quälst. Wenn du das nicht kannst, dann nutze die „bewegte Meditation“. Hauptsache, du lässt dich nicht ablenken, sondern dich darauf konzentrierst, was du tust. Kein Multitasking.

Laut neuester Hirnforschung kann dein Gehirn keine komplizierten Gedanken mehr denken, wenn nur 2 Gelenkpaare deines Körpers sich genussvoll bewegen (vgl. Rossini Methode von Peter Bergholz)

Finde deine Meditationstechnik! Suche unaufhörlich weiter, wenn du sie noch nicht gefunden hast! Probiere noch heute das Tanzen aus, während du die Gedankenmuster beobachtest. Ich kann dich nicht genug dazu ermuntern. Meditation wird die intimste Beziehung deines Lebens einläuten: Die zu dir selber.

Gedankenmuster erkennen, unterschieden und ent-thronen

Teil I
Teil II
Teil III