Rheumatische Erkrankungen: Traurige Vielfalt

zu den Erkrankungen des Bewegungsapparates gehören Rheuma, Arthrose (“Verschleiss”) , Arthritis (“Entzündung”), Fibromyalgie, aber auch Leiden wie Hexenschuss, Sehnenprobleme, Ischialgie, Zerrungen, chronische Rückenschmerzen, “Bandscheibe” und starke Muskelschmerzen.

Die medizinische Versorgung bietet keine ausheilende Therapie. Bühring und Girsch (Praxis Heilpflanzenkunde, Thieme 2016) sehen in drei Bereichen besonderen Handlungsbedarf: Prävention, Schmerztherapie und Verbesserung der Beweglichkeit. Die Naturheilkunde bietet für Prävention und Schmerztherapie viel Hilfe, darauf gehe ich gleich ein, aber weder sie, noch “die Schulmedizin” können für dich die Bereiche Ernährung oder Bewegung übernehmen. Da ist viel Eigenverantwortung von Nöten. Bei rheumatischen Beschwerden ist es wichtig, in Bewegung zu bleiben. Nur so bleibt die Körperstruktur gut genährt und durchblutet. Ebenso wichtig ist eine entzündungarme Diät.

Setze spätestens während eines akuten Schubs sofort den inneren Schweinehund vor die Tür  und stelle deine Ernährung um. Rheuma ist eine der Erkrankungen, die Betroffene sehr, sehr gut über die Ernährung in den Griff bekommen können. Die Möglichkeiten einer besonderen Diät hängen von deinen Bedürfnissen ab, sollte aber immer regelmäßige Entgiftungskuren beinhalten. Dr. Rüdiger Dahlke behauptet sogar, dass die Ernährung Rheuma gänzlich heilen kann. Fest steht: Wer bei der Behandlung von Rheuma in erster Linie auf Tabletten setzt, muss umdenken! Wann dieses Umdenken passiert, hängt entschieden vom Leidensdruck ab.

Heilpflanzenkunde

“Chronische Erkrankungen erfordern ‘chronische’, d.h. lang dauernde Behandlungen. Auf behandlungsfreie Intervalle und regelmäßigen Wechsel der Mittel achten: So spricht der Stoffwechsel immer wieder auf neue Reize an. Es kommt zu keinem Gewähnungseffekt und die Wirkung lässt bei der langjährig benötigten Therapie nicht nach”.

(Girsch/Bührung 2016:167)

Das Therapie-Konzept von Girsch und Bühring ist sehr umfangreich und hängt von den spezifischen Symptomen ab. Ich habe hier eine grobe Zusammenfassung erstellt. Für alle weiteren Informationen weise ich auf das Buch “Praxis der Heilpflanzenkunde” hin. Das Konzept steht auf drei Säulen:

1) Stoffwechselanregende, ausscheidungsfördernde Aquaretika (im Volksmund Frühjahrskur) und zwar über die Leber, Niere, Darm UND Haut. Also die Einnahme von Kräutern (Tee, Tinktur, Tablette oder Frischsaft), die ebendiese Organe in ihrer Ausscheidung unterstützen. Auf meiner Seite “Entgiften” habe ich einige aufgelistet. Brennnessel darf aber nicht unerwähnt bleiben!

2) Entzündungshemmende, schmerzlindernde Mittel (zum Einnehmen), allen voran Teufelskralle, Brennessel (da ist sie wieder), Hagebutte, Weide, Weihrauch, Enzyme und Curcuma. Mit Teufelskralle habe ich persönlich gute Erfahrungen gemacht. Lt. Girsch/Bührung ist das kein Wunder, wirkt die “Kralle” doch antiarthrotisch, schmerzlindernd, entzündungshemmend und bremst kollagenzerstörende Enzyme. Sie ist das Mittel erster Wahl auch bei Rückenschmerzen, “Bandscheibe”, Ischias und Fibromyalgie. Die Tagesdosis beträgt 4,5 g.

3) Äußerlich aufgetragene Mittel zur Schmerzlinderung: (wirken schnell, dafür verfliegt die Wirkung auch rasch) z.B. verdünntes Pfefferminzöl, Arnika, Beinwell, Cayennpfeffer, Heublumen (Wickel), Ingweröl, Johanniskrautöl, Kohl-und Senfmehrlauflagen.

Zur Prävention gehört, neben der entzündungsarmen Diät, die Immunmodulation. Und zwar durch Omega-3-Fettsäuren, allen voran EPA/DHA. Es ist deine Entscheidung, ob du den Bedarf über fetten Seefisch, Algen oder über Nahrungsergänzung deckst. Informiere dich aber in jedem Fall über die Gefahren der Qecksilberbelastung der Produkte (ob Tabletten oder “the real thing”) und wie du diese Gefahr gering halten kannst. Achte auch darauf, dass die Produkte nicht aus Aquakultur stammen. Falls du nicht unter einem Stein gelebst hast, weißt du, dass die wilden Fische ziemlich voll von Qecksilber sind, die in “Gefangenschaft” voller Antibiotikum. Es ist traurig, aber das kollektive Problem der Umweltverschmutzung wird leider noch auf den Rücken des Individuums ausgetragen. Besonders spürbar ist diese Last der Verantwortung, wenn der Körper schwer krank ist und keine weiteren Gifte ihn belasten dürfen.

Weitere Tipps

Unsere Naturheilkündige Artemis hat gute Erfolge mit einer Gewürzmischung mehrmals erleben dürfen: Je eine Messerspitze Koriander, Kreuzkümmel und Muskat täglich verzehren. Ob du diese winzige Menge einfach auf ein Stück Brot streust, oder mit Wasser herunterspült, ist egal. Hauptsache täglich und: Nicht mehr als je eine Messerspitze. Viel hilft in diesem Fall nicht viel. Nach 3 Monaten könnte die Morgensteifigkeit weniger sein. Mindestens 3 Monate musst du also diese Mischung einnehmen, denn es sind keine Tabletten. Die Gewürzmischung nährt die Gelenke und wirkt deren Degeneration entgegen. “Die wunderbare Gewürzkombination – je eine Msp. Muskatnuss, Koriander und Kreuzkümmel, bringt Linderung erst nach mehreren Wochen, dafür aber langfristig” (Artemis Ioannidou)

In einer Ausgabe von “Natur und Heilen” (offizielles Organ der Deutschen Volksgesundheitsbewegung e.V.), Aprilausgabe aus 1999, fand ich folgende Tipps gegen Rheuma:

  • Bärlauch-Frischgranulat reinigt das Blut von den Abbauprodukten
  • aktivierter Bockshornklee (d.h. zum Keimen gebracht) hilft mit Saponinen, sodass körpereigenes Cortisol langsamer abgebaut wird
  • Sanddorn hilft mit einer so hohen B12-Konzentration, wie man sie sonst nur in Schweineleber findet
  • Pestwurz hilft gegen die Schmerzen

Und noch ein kostengünstiger Tipp aus der Ayurveda-Tradition:

Auf die akut entzündete Stelle frischen,  geriebene Ingwer  geben. So lange die saftige Masse “nachlegen”, bis die Haut anfängt “zu brennen”- dann hast du “das Gelenk erreicht”.  Lasse mindestens 15 Minuten die Pampe drauf. Du kannst dir einen Verband drumherum binden und die Wartezeit für ein paar beruhigende Atemübungen nutzen.

HIER gibt es mehr Tipps zum Thema Gelenkentzündungen, es handelt sich um eine gewerbliche Seite, doch die Übersicht über Eigenbehandlungsmethoden ist gut und informativ: http://www.zentrum-der-gesundheit.de/gelenkschmerzen.html 

Baunscheidtieren: Die Akupunktur des Westen

Die Baunscheidttherapie ist ein Behandlungsverfahren, das um 1840 von Carl Baunscheidt (1809–1873) erfunden wurde, nachdem viele Mückenstiche an seiner Rheumakranken Hand die Rheuma-Symptome linderten. Der “Lebenswecker”, wie der Nadelkopf genannt wird, simuliert eine Unmenge von Mückenstichen durch das anschließend eingeriebene Histaminhaltige Nelkenöl und zwingt so den Körper, den behandelten Bereich mit Lymphe zu “überschwemmen”, wodurch eine ausleitende Wirkung entsteht. Es gibt keinen Nachweis für die Wirksamkeit dieses Verfahren. Da wir aber selber sehr gute Erfahrungen bei Nackenschmerzen und Migräne gemacht haben, ist es uns wichtig, dieses alternativmedizinische Behandlungsverfahren vorzustellen. Bilder zum Thema findest du z.B. hier  http://www.wronkowitz.de/baunscheidt.htm

Zum Schluss noch ein Artikel, der dich motiviert, trotz Schmerzen in Bewegung zu bleiben:

Rückenschmerzen: Was tun?

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