Deine Entgiftungsorgane pflegen und unterstützen

“Entgiftend für Leib und Seele ist der aktive Schweiß. Bewegung und Anstrengung sind wichtige therapeutische Maßnahmen!”

(Artemis Ioannidou, HP)

In der Presse wird der Begriff “Entgiftung” von Zeit zu Zeit aufgegriffen und kritisch beleuchtet, denn in der Werbung ist er ein äußerst beliebtes Zauber-Wort für teure Nahrungsergänzungsmittel, Tees und was es nicht alles gibt, aber auch manche Mediziner ziehen die Augenbrauen hoch, wenn sie den Begriff  hören. Der Grund dafür:

“In den 30er Jahren befand der Arzt Otto Buchinger, der Körper und in ihm ganz besonders der Darm müsse von Zeit zu Zeit wie ein Ofen gründlich von seinen Schlacken gereinigt werden, um besser zu ziehen. Das Bild mag eindrücklich sein, stimmig ist es nicht. Denn der Darm hat nichts gemein mit einem steifen Ofenrohr, an dessen Wänden Unrat festklebt. Vielmehr halten Muskeln seinen Inhalt permanent in Bewegung. Spezialisierte Zellen bilden Schleim, damit die Nahrung durch den Verdauungskanal hindurchgleiten kann. Die Schleimhaut des Dünndarms stößt immerfort Zellen ab. Da setzt sich nichts fest.” (…) Komplett in den Bereich der Geschäftemacherei gehören so genannte “Detox”-Anwendungen, wie spezielle Getränke, Pülverchen oder “Entgiftungs”-Pflaster. Als die britische Wissenschaftlerorganisation “Voice of Young Science” 2009 den Markt analysierte, stellte sie fest, dass keine zwei Hersteller die selbe Definition davon hatten, was unter “Entgiften” zu verstehen sei. Auch wenn die Werbung für diese Produkte mitunter wissenschafltiche Begriffe verwendete, hatte kein Anbieter Wirknachweise zu bieten. Als die Nachwuchsforscher bei den Herstellern nachfragten, räumten die meisten ein, dass es sich bei dem als “Detox” angepriesenen Methoden eher um profane Dinge wie waschen, bürsten oder Tee trinken handelt.” Aus Süddeutsche Zeitung 30.04.12

Entgiftung passiert also automatisch und ganz natürlich durch unsere darauf spezialisierten Organe: Haut, Darm, Leber, Galle, Nieren und all die anderen fleißigen Mitarbeiter im Körper. Das ist toll! Was wir also hier mit dem Begriff “Entgiftung” meinen, ist “wie kann ich meine tollen und klugen Organe dabei unterstützen”- und das mit einfachen Hausmitteln.

Unser größtes Entgiftungsorgan ist die Haut. Wenn sie schwitzt (hier ist wieder Bewegung der bester Aktivator) schmeißt sie Unmengen von unerwünschten Stoffen “heraus. Um die Haut dabei zu unterstützen, kannst du in die Sauna gehen, aber schweißtreibende Bewegung ist und bleibt am besten und am wirksamsten! Danach kannst du ein Natron-Bad nehmen. Aber bitte nicht häufiger als 2x wöchentlich (Alkalosegefahr)! Natron gibt es in der Reinigungs-und Backabteilung und kostet nur ein paar Euro. Für eine Wanne gibst du 2 Tl Natron hinein. 20 Minuten genießen und anschließend der Versuchung widerstehen, dich einzucremen/ einzuölen, da dies den Effekt des Natrons wieder aufheben würde.

Lindernd für die Haut ist frische Luft und Sonne und ausreichend Flüssigkeit. Wunderbar ist der Einfluss des Nachtkerzenöls, das bekannt ist für seine beruhigende Wirkung auf die Haut. Bei Pilzbefall sind die Natronbäder unverzichtbar. Sie machen das Hautmilieu unverträglich für Mykosen und entsäuern zugleich.” (Artemis Ioannidou) 

Die Leber ist das bekannteste “Entgiftungsorgan”

Die Leber sitzt am rechten Oberbauch, unterhalb des Zwerchfells und gut geschützt von den Rippen. Wenn du deine Hand unter die rechte Brust legen, liegt sie bereits auf der Leberregion. Die Leber reicht außerdem ein ganzes Stück um die rechte Flanke herum, ein Leberlappen zieht sich bis in den linken Oberbauch hinein. Bei einem Leberwickel wird ein feuchtwarmer Umschlag auf die Leber gelegt. “Dieser verstärkt die Durchblutung der Leber, der Gallenblase und der Gallengänge. Die Gefäße in diesen Organen weiten sich, was den Abtransport der Gallenflüssigkeit und damit auch der Giftstoffe beschleunigt.” (Zitat von Renee Gräber www.naturheilt.com). Abends soll die Leber besonders empfänglich sein für eine solche Wohltat. Eine Möglichkeit beinhaltet gekochte Kartoffeln, die zerstampft und  noch warm – und in einem Geschirrtuch auslaufsicher verwahrt – auf die Leberregion gegeben werden. Eine andere Möglichkeit ist ein feucht-warmer Waschlappen UND eine Wärmflasche obendrauf. Feuchte Wärme sollte es also sein und die Verweildauer beträgt ca. 30 Minuten.

“Lindernd für Leber und Galle sind Bitterstoffe, die es in allen grünen Blattsalaten gibt. Die Löwenzahnwurzel ist besonders reichhaltig und bietet als Aufguss ein gutes Lebermittel. Außerdem ist Wärme in der Form eines warmen Umschlags oder einfach einer Wärmflasche sehr effektiv, da die Leber unser wärmstes Organ ist und durch die äußere Wärme direkt unterstützt wird. Schützend wirkt Mariendistel, die seit Jahrhunderten bekannte Leberarznei, die der Regeneration der Leber fördert und die Wirkung von Giften mildert. Für die Galle wirkt Kurkuma anregend und entgiftend. Meiden fetter Mahlzeiten ist für die Leber bekömmlich.” (Artemis Ioannidou)

Nieren: Lindernd für die Nieren ist eine Vielfalt von Pflanzen wie Birkenblätter, Petersilienkraut, Schachtelhalmkraut und ganz besonders Goldrutenkraut.

Fasten: Einfacher als du denkst

Fasten ist für mich die Mutter aller Entgiftungstherapien. Ich faste regelmäßig, nicht vorrangig als 7-Tagekur, sondern intermittierend, und das fällt mir viel leichter.

Viele, die von Fasten als wirksame Medizin erfahren, bekommen Angst. „Ich kann das nicht“, höre ich bei fast allen, obwohl sie einen großen Leidensdruck haben. Und in der Tat sind die ersten 2 Fastentage „die Hölle“: Symptome werden Stärker, Kopfschmerzen und Sehnsucht nach Geschmack sind stark. „Warum sollte ich das willentlich auf mich nehmen, wo ich doch schon sehr krank bin“, fragen viele. Und ich verstehe sie, denn genau das frage ich mich in den ersten 48 Fasten-Stunden (sog. Fastenkrise) auch immer. Die Erfahrung lehrt aber, dass auf die ersten 2 Tage eine ziemlich gute Zeit folgt. Wer trotzdem sagt, dass eine traditionelle Fastenkur nicht in Frage kommt, der kann, wie ich, intermittierend fasten.

Intermittierendes Fasten weist die gleichen Vorteile, wie eine Fastenkur auf, die wären:

-du wirst eine Fettverbrennungsmaschine

-HGH steigt (Wachstumshormon, bzw. das „Fitnesshormon“)

-Heißhunger ist kein Thema mehr

-Herz-Kreislauferkrankungen werden vorgebeugt

-Das Gehirn wird gestärkt, BDNF wird produziert

-Anti-karziogen (1), Anti-Aging

-mikrobiomstärkend

(aus Dr.  Joseph Mercola: Effortlesss healing. Harmony Books 2016, Übers. d. Autorin)

Und das ohne Fastenkrisen! Du hast mehrere Möglichkeiten, intermittierendes Fasten unzusetzen:

  1. Ein oder zwei einzelne Fastentage pro Woche, z.b. Dienstag und Donnerstag.
  2. Tägliche Fastenperioden von 12, 16 oder 20 Stunden. Gegessen wird in einem bestimmten Zeitfenster. Den Rest der Zeit wird gefastet (2).
  3. Eine Kombination aus 1 + 2: Nahrungskarenz von 19-11 Uhr, und an einem Tag der Woche völlige Nahrungskarenz.

Fasten sollte lt. Girsch und Bühring (Praxis Heilpflanzenkunde, Thieme 2016) nicht ohne die Einnahme von Mariendistel erfolgen, um die Leber zu unterstützen.

(1) mTOR wird gehemmt; mTOR wirkt anregend auf das Wachstum von Krebszellen. Deshalb ist seine Hemmung auch in der Onkoloie von großer Bedeutung.

(2) Also z.B. erst ab 11 Uhr essen: kein Frühstück! Umdenken ist erforderlich, denn Frühstück ist womöglich nicht die wichtigste Mahlzeit des Tages: Das beste Frühstück ist KEINS zu haben (Terence kealey: Breakfast is a dangerous meal https://www.welt.de/kmpkt/article161088372/Fruehstuecken-ist-genauso-gefaehrlich-wie-das-Rauchen.html)

Was auch immer für dich passt: Am wichtigsten ist eine ausgeprägte Motivation. Die erfolgt durch Wissen um den Prozess und das kannst du hier erfahren:

Fasten Wissen

Das könnte dich auch interessieren: