…über Studien, die kaum an die Öffentlichkeit gelangen

Es erstaunt mich immer wieder, wenn Studien, die einen Mediensturm auslösen sollten, unerwähnt bleiben. Nicht-Patentierbares (da natürlich vorkommend oder problemlos umzusetzen) hat keinen finanziellen Wert und umso schwerer ist es, die Studien zu finanzieren. Oder wie Dr. M. Greger sinngemäß fragt: Wer sollte Studien zur Wirksamkeit von Kurkuma finanzieren ?- Curry GmbH?

Weiter unten findest du meine Studiensammlung, die stetig wächst. Doch zunächst zum Buch “Yoga Science” von William J. Broad. Aus ihm habe ich die wichtigsten Studien zur Wirkung von Yoga übersetzt. Auf meiner Webseite geht es viel um Yoga – aber bei weitem nicht nur -weil der integrale Yoga-Ansatz mein erster Schritt auf die lange Reise der Selbstheilungskräfte war, und immer noch mein täglicher Begleiter ist. Lerne, warum Yoga bei weitem Nicht das Allheilmittel ist, aber eine Menge kann:

In dem Buch wird klar: Yoga ist bei weitem nicht das Allheilmittel, wozu es von indischen Yogis, ihren westlichen Anhängern und deren teilweise spärlich ausgebildeten Schülern aufgeblasen wurde. Aber Yoga ist auch nicht jenes lächerliche Klichee von “OM”-Singenden, sich vergeblich verrenkenden Weltfremden, wie die Kritiker es gerne darstellt.

Yoga kann nicht alles heilen. Nicht alle Yoga-Stellungen sind harmlos. Aber Yoga kann etwas, was normales Turnen nicht so gut kann:

                                                                                                   dein  GABA-Level erhöhen!

Was ist GABA? Gamma AminoButyric Acid ist ein wichtiger Neuro-Transmitter. Niedrige GABA-Werte stehen mit Depression in Zusammenhang. Die Uni Boston führte deshalb 2007 eine Studie durch, in der vor und nach einer Stunde Yoga Asanas (es wurden also nur die “Verrunkungen” geübt, keine Meditation oder Atemübungen!) der GABA-Gehalt der Probanden gemessen wurde. Nach einer Stunde Yoga zeigten die Messungen einen Anstieg von durchschnittlich 27% ! Die Probanden, die schon einige Jahre Yoga geübt hatten, zeigten sogar einen Anstieg von GABA um durchschnittlich 47%, und die eine Probandin, die Yoga viermal die Woche übte, hatte sogar einen GABA-Anstieg von 80%.

Es gab natürlich eine Kontrollgruppe: Diese las in der einen Stunde Bücher. Diese Gruppe zeigte überhaupt keine Veränderung, was das GABA-Level betraf. Die Studie wurde 3 Jahre später wiederholt. Nun sollte die Kontrollgruppe einen Spaziergang machen. Wieder schnitten die Yogis besser ab: Das Spazierengehen sorgte nur für einen bescheidenen 13% Anstieg.

2005 revidierten Forscher der Universität Virginia 70 Studien und fassten zusammen: Yoga fördert die Gesundheit vom Herz-Kreislaufsystem.

2008 entdeckt ein Forscherteam der Universität California/ San Fransisco, dass Yoga die Produktion des Körpereigenen Enzyms Telomerase erhöht. Telomerase ist ein wichtiger Faktor für die Langlebigkeit der Zellen. 2009 wird die Entdeckung von Telomerase und seiner Bedeutung für den menschlichen Körper durch Kevin Tracey und Elizabeth Blackburn mit einem Nobel-Preis belohnt. Dean Ornish nutzt die Entdeckung und entwickelt das Ornish-Programm, das Yoga beinhaltet und in den USA für Herz-Patienten angeboten wird.  Das Ornish-Programm bewirkt niedrigere Cholesterol-Werte, niedrigeren Blutdruck , weniger emotionalen Stress UND einen Anstieg des Telomerase-Enzym-Gehakts um 30%. Psychischer Stress, ungesunde Essgewohnheiten und Infektionen zerstören die Telomere.

2009 berichteten Forscher aus Philadelphia, dass Yoga hohen Blutdruck (Hypertonie) reduzieren kann, was das Risiko für Schlaganfälle und Herz-Kreislauferkrankungen reduziert.

2010 untersuchten Forscher der Universität Maryland mehr als 80 Studien und fassten zusammen: Yoga ist eine Möglichkeit, Stress zu reduzieren, das Gleichgewicht zu verbessern, Fatique zu mindern, die Stimmung zu heben und den Schlaf zu verbessern.

2011 finden Ärzte in Taiwan heraus, dass Yoga das Risiko für Abnutzungen der Wirbelsäule mindert. Die Bandscheiben zwischen den Wirbeln der Wirbelsäule weisen kein eigenständiges Blutversorgungssystem auf: Sie verlassen sich auf Blutgefäße im umgebenden Gewebe, um ihre “Nahrung” zu erhalten. Also trocknen sie mit zunehmenden Alter regelrecht aus. Das verursacht das “Schrumpfen” der Körpergröße im Alter. Das Ausstrocknen verursacht, dass die Bandscheiben dünner werden, was zu einer Vielzahl von Nervenschädigungen und starken Schmerzen führen kann. Das Dehnen und Drehen in den Yoga-Übungen wirkt diesem Prozess vermutlich entgegen. Vielleicht könnte auch das damit verbundene wiederholte An-und Entspannen (Kompression der Bandscheiben) des Rückens sein, das die Bandscheiben zum Wachstum anregen.

2011 finden indische Forscher heraus, dass Yoga die Schmerzen/Einschränkungen durch rheumatoide Arthritis (schmerzvolle Entzündungen der Gelenke) lindern kann

2011 entdecken Forscher in Connecticut, dass ältere Frauen, die mit Yoga anfangen, ihren Gleichgewichtssinn entscheidend verbessern. Für Menschen über 70 ist das nachlassende Gleichgewichtsvermögen – und dadurch das Stürzen – DIE Hauptursache für einen Tod durch Unfall.

Außerdem:

Positive Kurzzeiteffekte von Yoga bei Diabetes-Patienten

Das belegt eine Studie des All India Institute of medical Sciences in Neu Delhi. www.aims.edu

Für die Studie erhielten stark übergewichtige Probanden 10 Tage lang Yoga-Unterricht und setzten das Erlernte daheim einen Monat fort. Bereits nach 10 Tagen wiesen sie eine leichte Gewichtsabnahme und niedrigere Blutzuckerwerte auf. Nach einem Monat zeigte sich eine Senkung des Blutdrucks und eine günstige Beeinflussung des Interleukin-6-Spiegels.

Yoga steigert die arterielle Gefäßelastizität

Gefäßsteifigkeit ist ein hoher Risikofaktor für Herz-Kreislauferkrankungen. Steife Gefäße ergeben hohen (systolischen) Blutdruck. Eine Studie des Shri B.M. Patil Medical College in Karnataka http://www.bldeuniversity.ac.in/medcol/  untersuchte kürzlich, wie sich regelmäßige Yogapraxis bei Patienten mit chronisch erhöhtem Blutdruck auf die Gefäße auswirkt: 12 Wochen Yoga praktizierten die Probanden. Die Vergleichsgruppe hatte straffes Gehen  (Cardio) und DEHNÜBUNGEN auf dem Programm. Die Yogagruppe zeigte anschließend eine signifikantere Verbesserung der arteriellen Gefäßelastizität auf, als die Vergleichsgruppe. Zudem stellten die Forscher bei den Yoga-Probanden eine Verringerung der Aktivität des Sympathikus fest (weniger Stress) und eine Verbesserung der Endothelfunktion (Endothel = innerste Wandschicht der Lymph-und Blutgefäße) fest.

Beide Studienergebnisse zitiert nach Yoga Aktuell, Ausgabe 6/2015

Hier ist eine weitere Auswahl an Studien, die ich mit dir teilen möchte:

Sovjet-Studien zu Fasten gelangen nie zu uns

Fasten

Ingwer: Wirksam wie Triptane. Nur ohne Nebenwirkungen

Ingwer

Safran: Wirksam wie Anti-Depressiva. Nur ohne Nebenwirkungen!

Safran

Yoga und die Wirksamkeit bei psychischen Störungen

Yoga & Psyche

Die neu-entdeckte 10.000-jährige Symbiose zwischen Mensch und Darmmikrobiom

Das neu entdeckte Organ

Morbus Crohn und Colitis Ulcerosa Neue Studien, altes Wissen

Mastix & Curcuma

Studienvergleich chronische Erkrankung und Lebensstil

Mündige Patienten

Epigenetik: Die Hoffnung für deinen Genausdruck ist grün

Epigenetik: grüne Hoffnung

Warum Bewegung für deine Kognition viel wichtiger ist, als du denkst

Bewegung transformiert

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