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In Meiner Haut (Teil 1)

Zu Hause im Körper Sein

Jippiiii, Du hast den Weg hierher gefunden!

Ich freue mich sehr, dass du den Ruf deines Körpers wahrgenommen hast und mit mir heute den ersten Schritt zurück in dein ur-eigenes Reich gehen möchtest.

Zu lange hast du dich nicht mehr zu Hause im Körper gefühlt, wenn überhaupt jemals. Das Atmen war flach, und wenn du was wahrgenommen hast, dann meistens nur Warnsignale wie Schmerzen oder Unwohlsein. Die Gründe dafür sind viele. Kaum jemand kommt durch die Kindheit ohne Trauma und Schaden. Das System, in dem wir leben geben uns selten Anlass, uns getragen und sicher zu fühlen. Wenn du meinen Blog hier kennst, hast du wahrscheinlich auch eine schwere Diagnose: Eine, die dich ängstigt und auslaugt. Eine Diagnose, die dich noch mehr dazu veranlasst, deinen Körper zu misstrauen. Die Gründe sind viele, weswegen du dich nicht gerne im Körper aufhalten magst.

Zum Menschsein gehört (leider) auch, dass wir auf Gefahr nach einem uralten Muster reagieren

Du kennst ja „Fight or Flight“, also kämpfen oder Fliehen. Beides können wir nur selten in unserer „zivilisierten“ Gesellschaft praktizieren. Oder wann hast du zuletzt einem übergriffigen Mitmenschen eine reingehauen? Oder bist du je vor deinem tyrannischen Chef einfach davongelaufen? Die meisten von uns haben schon in der Kindheit gelernt, dass wir unangenehme Ereignisse und Gefühle einfach ertragen müssen.

Das Taubwerden lernen wir meist früh

Viele von uns haben in der Kindheit Missbrauch und Gewalt erlebt und mussten die Gefühle im Körper abschalten, um zu überleben. Um das bisschen Fürsorge zu erhalten. Und da hilft nur die dritte mögliche Reaktion auf Gefahr: Freeze. Einfrieren. Wenn das zur Gewohnheit wird, weil dein Leben sich womöglich sich auch nach der Kindheit nicht besonders sicher anfühlte, dann bist du Default-mäßig im Nichts-mehr-spüren-Modus. Du bist höchstwahrscheinlich – um Konflikte und Stress zu vermeiden – immer nett zu anderen, stellst deren Bedürfnisse über deine, hast Schwierigkeiten deine Grenzen zu zeigen.

Das Einfrieren kann sogar nützlich sein, ist aber keine Dauerlösung

Es wurde dir in der feindlichen Umgebung ausgetrieben, gut für dich selbst zu sorgen. Das geht, wenn man vor allem den Körper nicht mehr spürt. Freeze, das Einfrieren, ist in der Natur mega-nützlich. Ein Hase, der soeben vom Fuchs geschnappt wurde, und nun im Maul von dem Raubtier herumbaumelt, der spürt dank dem Freeze-Mechanismus keine Schmerzen. Aber es ist auf Dauer auch kein Leben, vom Hals abwärts taub zu sein!

Wenn die Katze aus dem Haus ist, tanzen die Mäuse auf dem Tisch. Wenn der Mensch nicht im Körper ist, machen es sich andere drinnen gemütlich und beschweren sich noch über die Sauberkeit und den Service

Hurra, wir haben überlebt

Wenn du wie ich bist, dann ist dieses „Einfrieren“ und „anderen Gefallen um eine falsche Sicherheit zu erstellen“ eine Weile lang gut gegangen. Aber: was heißt schon gut? Wenn man sich selbst nicht spürt, wenn man nur eine leblose Hülse ist, was soll daran gut sein? Aber du weißt, was ich meine: zumindest hat man überlebt. Nun willst du dich aber nicht mehr mit dem Überleben zufrieden geben. Du spürst, dass da mehr ist. Du fragst dich, wie dein Leben sein könnte, würdest du deinen rechtmäßigen Thron einnehmen.

-und jetzt will ich meine Kraft zurück

Du fragst dich, wie es sich anfühlen würde, im Körper wohlig zu Hause zu sein und ALL deine Kraft zur Verfügung zu haben. Wie es wohl wäre, könntest du (wieder) DEINER Intuition vertrauen und wirklich präsent sein.

Du hast den Weg zu diesem Artikel gefunden, weil es Zeit ist und weil du alle Ressourcen hast, um genau das zu erleben. Ich bin den Weg schon ein Stück vorausgegangen und sage dir, wo die Stolpersteine liegen und wo die Abkürzungen sind.

Das Leben draußen wird nicht einfacher. Es wird nicht weniger Scheiße passieren. Aber du wirst bei dir sein! Und ich verspreche dir, das verändert dein ganzes Innenleben.

Das Kaninchen erwacht: erstes spielerische Spüren

Du wirst -wenn du magst – diese Woche damit spielen, deinen Körper wahrzunehmen. Um aus diesem gewohnten „Eingefroren-Sein“ zu kommen, wirst du ganz oft deinen Körper bewusst spüren. Und zwar richtig oft. Jedes Mal, wenn du auf Toilette gehst! Das klingt schräg, aber wenn man eine neue Gewohnheit einüben möchte, muss ein Anker her. Und gibt es den Tag über etwas, was man häufiger muss, als Müssen? Lass uns für eine Weile das „Klo-Tabu“ in den Wind schießen und nutzen wir, was wir haben.

In Deiner Haut: Das erste Spiel*

Jedes Mal, wenn du musst, wenn du auf Klo bist, spürst du deine Atembewegungen. Fang einfach an, dir bewusst zu sein, dass du atmest. Jedes Mal wenn du auf Klo gehst spürst du bewusst für 3 Atemzüge lang die Atmung. Mehr nicht. Mache keinen Leistungssport daraus und lasse dich nicht in irgendwelche Geschichten verwickeln. Wenn gerade etwas stressig ist und das Gehirn lieber darüber nachdenken will, dann sage liebevoll aber bestimmt: „Ich will jetzt 3 Atemzüge lang spüren, wo im Körper ich die Atembewegungen wahrnehmen kann. Danach kannst du wieder durchdrehen, liebes Gehirn!“.

Das ist alles für diese Woche! Wenn du Bock auf mehr hast, dann mache noch so oft, wie du magst einen Bodyscan. Ich verlinke unten eine superschöne Version als Audio-Datei für dich.

Komm nächste Woche gerne zurück für Teil 2.

Liebe Grüße von Michelle

*ich mag nicht mehr üben. Das gehört zum alten Paradigma, wo wir an uns arbeiteten und scheiterten

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