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In Meiner Haut (Teil 4)

Zu Hause im Körper Sein

Das Spüren erweitern: Die Gefühle einordnen und in Akzeptanz baden

Du hast seit letzter Woche mehrmals täglich deinem Herzschlag gelauscht, right?

Oder hast du es meistens vergessen?  Die Übung* von Modul 3 lautete: jedes Mal, wenn du eine Klo-Pause machst, atmest du 3mal tief ein und aus und dann spürst du für 3 Atemzüge lang deinen Herzschlag. Wenn es dir nur einmal am Tag eingefallen / gelungen ist: Das macht nichts. Springe einfach wieder aufs Karussell rauf und setze das Üben* fort, ohne dich über dich zu ärgern.

Wisse, dass der Verstand es lieber hätte, wenn du das Üben* ganz vergessen würdest

Der Verstand denkt (das kann er gut), dass es besser wäre, wenn ER der Chef bliebe. Dank ihm hast du ja bis jetzt überlebt. Er will nicht, dass du glücklich wirst. Nur als entferntes, kaum zu erreichendes Ideal lässt er das Glücklichsein zu. Es liegt einfach nicht in seinem Repertoire: Er hat nur den Auftrag, dich am Leben zu halten.  Und dieses ganze Spüren, dass dir dein Atem und Herzschlag einfach so geschenkt wirst, dass du einfach so würdig und geliebt wirst, das wackelt an seinem Thron und das  macht ihn nervös. Wir werden später mehr darüber sprechen. Wisse einfach gerade jetzt, dass der konditionierte Verstand alles tun wird, um dein „Üben*“ zu sabotieren. Ich habe seine Taktiken in Teil 3 aufgelistet.

DER VERSTAND MEINT ES NICHT BÖSE. ER WEIß ES NUR NICHT BESSER ...noch nicht!

In dieser Woche bekommen deine GEFÜHLE deinen Fokus

Du wirst bei deinen Klo-Pausen gemerkt haben, dass auch jede Menge Gedanken-Gefühle anklopfen. Bis jetzt hast du gesagt „vielen Dank, liebes Gehirn, für diese wertvollen Infos, ich will aber jetzt für einige Sekunden nur meinen Körper spüren. Danach bist du wieder dran“. Die Gefühle werden diese Woche ihre Bühne bekommen. Aber mit einer Dramaturgie, die für uns gesund ist, die uns tiefer ins Spüren bringen und nicht noch weiter in die wirren Assoziationen des Verstandes-Terrors hinein.

Die Basis der Gefühls-Achtsamkeit: die emotionale Skala

Die emotionale Skala inspiriert von Lola Jones´“intrument panel“  (Autorin von “Alles läuft super während ich weg bin“) ist deine neue Landkarte. Die Skala beginnt unten mit “Hoffnungslosigkeit/ Taubheit” an und endet oben mit „Liebe/ Glückseligkeit“. Diese Reihenfolge soll uns nicht dazu verleiten, die „niederen“ Gefühle abzuwerten. Im Gegenteil: Unser neues Motto lautet ab jetzt

„alle Gefühle sind wertvoll und willkommen und können sich dank meiner Achtsamkeit nach obenauf der Skala bewegen. Verdamme ich sie, mache ich sie nur stärker und behindere sie in ihrer Transformation“.

Gefühle wollen sich wie Wolken bewegen

Von Lola Jones habe ich gelernt, dass alle Gefühle einfach Energie ist, die langsamer (Depression) oder schneller (Liebe) schwingt. Sie sind weder gut, noch böse, sondern stellen einfach unser gesamtes Spektrum in diesem menschlichen leben dar. Ihre Quelle ist gleich: göttliche Lebensenergie. Es liegt in ihrer Natur, dass sie sich nach oben bewegen, denn nichts im Universum bleibt stehen). Wir können sie daran aber durch unseren Widerstand hindern.

Widerstand gegen Gefühle äußert sich als “ich hasse dieses Gefühl und ich verachte mich dafür / ich will das Gefühl heilen/ ich betäube mich, damit ich dieses Gefühl nicht spüren muss/ ich lenke mich ab, damit ich dieses Gefühl nicht fühlen muss”

Der Schlüssel liegt in unserer Akzeptanz. Egal, was man uns über diese „Scheiß-Gefühle“ gelehrt hat, egal wie sehr wir sie verachten. Hat es dir bis jetzt irgendwas gebracht, deine Angst, Depression, Wut, Eifersucht oder Unsicherheit zu hassen? Nein, oder? Sonst wärest du nicht auf dieser Seite gelandet.

Widerstand erzeugt nur mehr Widerstand. Es liegt in der Natur der Energie.

In meiner Haut die Skala der Emotionen

Es gibt keine schlechten Gefühle, es ist alles die gleiche Energie, nur schwingt Hoffnungslosigkeit viel langsamer und schwerer als Hoffnung. Jedes “niedere” Gefühl hat das Potenzial, sich als absolute Glückseligkeit hoch zu schwingen!

Akzeptanz bedeutet NICHT  -wie ich sehr oft betone – etwas “gut finden”

Du musst kein Scheiß-Gefühl abfeiern oder gut finden. Ich verlange nicht von dir, Zuckerguss über den Hundehaufen zu gießen. Scheiß-Gefühle SIND scheiße und sie sollen sich scheiße anfühlen, damit wir wissen, in welche Richtung wir navigieren sollen. Aber sie gehören zu deinem Spektrum als Mensch, sie sind wertvoll (dazu später mehr) und du kannst zur Akzeptanz darüber gelangen, dass dieses Scheiß-Gefühl IST. Einfach die simple Tatsache, dass es JETZT da ist. So oder so ist es da, auch wenn du es verabscheust. Wenn du es aber verfluchst, wird es stärker UND bleibt länger bei dir. Widerstand erzeugt Widerstand. Also, was wählst du?

Hast du ein “Scheiß-Gefühl”, das gefühlt ewig bei dir gewesen ist?

Vielleicht hast du es sogar von deiner Familie “geerbt”. Das ist recht normal.  Aber es ist egal, wo es hergekommen ist. Vielleicht macht es dir Angst, es könnte seine hässliche Fratze  bei dieser Wochenübung* zeigen. Und das kann durchaus passieren.  Das Gefühl war soooo lange bei dir. Und nun bist du bereit, ihm Akzeptanz entgegenzubringen, statt es zu verfluchen und dich zu betäuben. Und die gute Nachricht ist: das Gefühl, das du willkommen heioßt, bringt dir Kraft mit. Kraft, die du sonst dafür aufgewendet hast, es zu unterdrücken. Das Gefühl will leichter werden und schenkt dir im Gegenzug für deine Achtsamkeit die nun frei werdende Energie. Es klingt ganz verrückt, oder? Es geht gegen alles, was wir gelernt haben. Aber ich bin hier, um dir zu sagen, dass

DER SCHNELLSTE WEG AUS EINEM SCHEISS-GEFÜHL HERAUS FÜHRT IN EBENDIESES SCHEISS-GEFÜHL HINEIN

Radikale Akzeptanz stellt alles auf den Kopf

 und kein Gefühl dauert ewig: alles verändert sich. Ständig. Das ist ein universelles Gesetz

Ich hatte lange eine Postkarte am Spiegel von „the sad ghost club“, wo drauf stand „this too shall pass“ (das hier geht auch vorbei). Selbst die heftigste Panik hat ein Ende. Der Körper kann es gar nicht physiologisch aufrecht erhalten. Eher fällt er in Ohnmacht (und dann ist Ruhe). Wir bekommen oft den Punkt nicht mit, wo die Vibration eines Gefühls sich ändert. Selbst in der depressiven Phase gibt es Aufs und Abs. Die Depression spinnt uns in ein Netz aus Hoffnungslosigkeit. Unsere Wahrnehmung wird von ihr eingefärbt: es fühlt sich an als könnte es nie ein Ende geben. Das erlebe ich auch jedes Mal, wenn ich chronisch Kranke coache: Mein wichtigster Job ist es, sie daran zu erinnern, dass ein Schub zu Ende geht/ sich verändert und dass Gefühle da sind, um von uns wahrgenommen zu werden.

Vorbereitung für die Wochenübung

Ich fände es gut, wenn du die emotionale Skala ausdrücken und immer bei dir hättest (ich habe eine Kopie hinten auf meinem Handy, am Spiegel und im Portemonnaie), damit du mit den Gefühlen vertraut wirst und rasch einordnen kannst, wo du dich gerade befindest. Wir werden die Skala ab heute immer wieder als Navigationsinstrument benutzen, so auch bei der Wochenübung*

In Deiner Haut: Das 4. Spiel*

Jedes Mal, wenn du diese Woche eine Klo-Pause machst, atmest du 3 mal tief ein und aus. Dann fühlst du nach, welches Gefühl gerade vorherrschend ist. Bist du müde, unsicher, traurig, gestresst, mutig, inspiriert, fröhlich? Wo befindet das Gefühl sich ungefähr auf der emotionalen Skala?

Akzeptiere das Gefühl, weil es deins ist und weil es da ist und weil du jetzt weißt, dass genau DAS ihm erlaubt, sich nach oben zu bewegen. Lasse dich nicht in irgendwelche Geschichten darüber WARUM du dich so fühlst. Das ist nicht förderlich.

Fühle stattdessen neugierig, WO du dieses Gefühl, was gerade da ist IN deinem Körper spüren kannst: Drückt es im Hals? Ist der Bauch verkrampft? Die Brust eng? Kribbelt es im Herzen? Meistens sind die Gefühle im Kopf, Hals, Brust, Bauch oder Becken. Hier wirst du immer fündig. Fühle einfach WO und WIE es sich im Körper anfühlt, dieses Gefühl zu Besuch zu haben und

  • lege wirklich physisch deine Hände auf diese Stelle des Körpers, wo du das Gefühl am stärksten spürst (wenn du es nicht weißt, lege deine Hände aufs Herz)

  • atme dabei tief

  • und setze ein Mona-Lisa-Lächeln auf (das schickt ein Signal an dein parasympathisches Nervensystem, dass du dich nicht in Gefahr befindest)

  • Denk dran: Du willst das Gefühl nicht verändern, reparieren, heilen, analysieren oder verjagen. Einfach da sein lassen. Ist ja ehe da…

Das ist alles für diese Woche!

Wenn du merkst, dass du beim Nachspüren unentwegt mit Angst, Stress, Sorgen und Gehetzt-Sein auf der Skala zu tun hast, dann empfehle ich dir, abends 3 Minuten zu deinem Lieblingslied zu tanzen. Die Stresshormone können nur durch Bewegung abgebaut werden, wir bewegen uns einfach viel zu wenig. Was das bedeutet, siehst du hier. Wenn Bewegung nicht geht, dann habe ich hier eine Imagination für dich. Dank Spiegelneurone erkennt das Gehirn nicht, ob du dich „in echt“ bewegst, oder nur phantasierst.

Komm nächste Woche gerne zurück für Teil 5.

Liebe Grüße von Michelle

*ich mag nicht mehr ÜBEN. Das gehört zum alten Paradigma, wo wir an uns arbeiteten (und scheiterten), aber ich habe auch kein neues Wort, das uns alle abholt…

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