Linderung für den Darm

-er ist Sitz von unserem Immunsystem, absobiert und stellt die Nährstoffe zur Verfügung und produziert Hormone und Botenstoffe, sodass er mit Recht den Titel “Bauchhirn” trägt. Geht es ihm schlecht, merken wir es sofort

Quellstoffdrogen sind das Mittel erster Wahl bei Verstopfung, wie auch bei Durchfall.

Sie absorbieren Toxine, schützen die Schleimhaut, hemmen Keime und wirken anti-inflammatorisch. Sie sind für Langzeitanwendungen geeignet.  Geeignet für die “Schleimherstellung” sind :

  • Über Nacht in Wasser eingeweichte Leinsamen oder Flohsamen (Vorsicht: Sie quellen immens auf, und das ist gut so, denn genau dieses Aufquellen enthält den Schleim, den wir brauchen) Bei Durchfall mit wenig Wasser einnehmen, bei Verstopfung 1 Teil Quellstoff: 10 Teile Wasser. Kontraindikationen: Darmtumor, Ileus, Struktur.
  • “Reisschleim”: -Du kochst  eine Tasse Reis in mindestens 4 Tassen Wasser 2 Stunden lang auf kleiner Flamme. Egal, wofür du dich entscheidest, nehme diesen Schleim täglich über den Tag verteilt ein.

Lindernd für den Darm sind die sogenannten Karminativa, d.h. Pflanzen mit einer beruhigenden Wirkung: Fenchel, Kümmel und Anis. Als Aufguss zubereitet oder direkt verzehrt (gut kauen!), halten sie Auftreibung und damit verbundene Krämpfe in Schach.

Aus dem Buch “Praxis Heilpflanzenkunde” von Ursel Bühring und Michaela Girsch (Haug 2016) fand ich folgende “Perlen”:

Gelbwurz/ Kurkuma

spielt im therapeutischen Konzept eine herausragende Rolle (siehe auch Studie weiter unten): Ob Reizdarm oder chronisch entzündliche Darmerkrankung: Gelbwurz ist verdauungsfördernd, entzündungshemmend, reizlindernd entblähend, krampflösend und antioxidativ!

Gerbstoffdrogen, Absorbenzien, Pektine und entzündungshemmende Phytotherapeutika bilden zusätzliche Säulen:

Gerbstoffe in Form von ungesüßten Tee (Zucker nährt die Gärungsbakterien, die du jetzt gar nicht gebrauchen kannst). Geeignet sind Kamille, Blutwurz, Brombeere, Eichenrinde, Frauenmantel, Gänsefingerkraut, Heidelbeere, Grün-/Schwarztee. Lasse den Tee lange ziehen, sodass die Gerbstoffe entwickelt werden können.

Absorbenzien in Form von Medizinischer Kohle und Heilerde binden Gifte und Gärungsbakterien, aber auch nützliche Sachen wie Enzyme, Vitamine und Arzneistoffe. Daher nur kurzfristig einnehmen.

Pektine absobieren Flüssigkeit, Gifte und Keime und schützen die Schleimhaut. Geriebene Äpfel und lange gekochte Möhren versorgen dich damit.

Entzündunghemmend wirken (außer Gelbwurz) auch Myrrhe, Weihrauch und Wehrmut. Sie sind für die Langzeittherapie geeignet. Die Uzarawurzel wirkt den Autorinnen zu Folge peristaltikhemmend, krampflösend und keimhemmend.

Sonderfall Chronisch Entzündliche Darmerkrankungen (CED)

Mastix Harz bei Morbus Crohn

Mastix ist ein Harz der Pistazienbäume. Eine Studie hat gezeigt, dass die Entzündungsmarker unter der Behandlung mit Mastix signifikant reduziert werden konnten. Dazu löste Mastix KEINERLEI Nebenwirkungen aus. Leider hatte die Studie nur 18 Teilnehmende, aber das wird ein Problem sein, was überall auftaucht, wenn Mittel analysiert werden, für die sich keine Konzerninteressen finden.

“Chios Mastix treatment of patients with active Crohn´s disease” 2007, Kaliora AC, Stathopouloou MG et al. in World J Gastroenterol. 2007 Feb 7;13(5):748-53.

Viele Jahrzehnte hörte man, dass Weihrauch das Mittel der Wahl sei. Unserer betroffenen Freunde kauften es teuer über die Schweiz, denn in Deutschland war es schwer zu beziehen. Für den Weihrauch gibt es zwei Studien, die sich wiedersprechen und es bleibt dir überlassen, wem du Glauben schenkst. Die Studie “Therapy of active Crohn disease with Boswellia serrata extract H15” von 2001 vergleicht die Wirkung von Weihrauch mit Mesalazin, nur ohne Nebenwirkungen…Die Studie von 2011 “Randomized, placebo-controlled, double-blind trial of Boswellia serrata in maintaining remission of Crohn´s disease: good safety profile but lack of efficiancy” hält die Wirkung für placebo-basiert. Die renommierten Heilpraktikerinnen Bühring/ Girsch empfehlen Weihrauch als Entzündungshemmer.

Kurkuma bei Colitis Ulzerosa

Seit 40 Jahren ist die anti-entzündliche Wirkung von Kurkuma, (auch Gelbwurz, engl. Turmeric. Macht das Curry-Pulver gelb und unverzichtbar in der indischen Küche) bekannt, doch erst 2005 wurde eine Studie ausgeführt, wo Menschen mit entzündlichen Darmerkrankungen in den Genuss des Pulvers kamen und endlich für die Patienten getestet wurde, ob hier eine natürliche, nebenwirkungsfreie Möglichkeit vorliegt. Wer hätte auch die Studie finanzieren sollen, fragt Dr.Greger in seinem humorvollen Video: Indischer Gewürzhandel GmbH?

https://nutritionfacts.org/video/striking-root-turmeric-curcumin-ulcerative-colitis/

Die doppelt-blind-Studie, die also Placebo-Wirkungen ausschließt, zeigte dramatische Heil-Effekte durch das Gewürz.

Sie erschien in Clinical Gastroenterology and Hepathology 2006;4:1502-1506 von Hanai et al.

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