Entspannung ist ein aktiver Vorgang und will gelernt sein

Nur im Entspannungszustand kann der Körper die ihm innewohnenden Reparaturmechanismen aktivieren.

Wenn du deine Sorgen, deinen Kummer und deine negativen Gedanken nicht aktiv abbaust, dann hast du besonders als chronisch erkrankter Mensch ein Problem

 

Dein Körper stellt bei chronischem stress seine Reparaturmechanismen aus. Das Doofe dabei ist, dass die meisten Menschen heutzutage Ablenkung mit Entspannung verwechseln.

Wenn du keine 12 km täglich läufst, so wie unsere Vorfahren, reicht die Bewegungsmenge leider nicht aus, um die Stresshormone abzubauen. Daher ist tägliche Entspannung so wichtig. Wir bewegen uns einfach nicht so viel, wie früher (um genau zu sein: Der traurige Durchschnitt beläuft sich auf 800 Meter am Tag). Deswegen gilt das Argument nicht: “Meine Oma hat keine Entspannungsübungen gebraucht”. Natürlich nicht, weil IHR Bewegungspensum damals ausgereicht hat.

Es gibt diese drei Möglichkeiten, dem Körper das Signal für Entspannung zu geben

1: In eine Körperregion 10 Sekunden lang hineinzuspüren

2: Eine Körperregion 10 Sekunden lang zu dehnen

3: Eine Körperregion 10 Sekunden lang maximal anzuspannen

Auf diesen 3 “Gesetzen” beruhen die meisten Entspannungstechniken

Die bekanntesten Entspannungstechniken sind Autogenes Training, Progressive Muskelrelaxation, Atemübungen und Bodyscan. Es gibt sehr viele Methoden und du musst einfach ausprobieren, welche zu dir passt. Entspannung muss aber nicht von einem berühmten Arzt konzipiert worden sein: Alle gleichmäßigen Tätigkeiten können Entspannung auslösen, wie Stricken, Gartenarbeit, Singen, Kaffee in der Mühle per Hand malen.

Ablenkung ist keine Entspannung. Das heißt: TV, Radio und PC aus!

Hier kannst du gleich mit mir die Entspannungstechnik “Bodyscan” ausprobieren

Bodyscan

8 Tipps, wie du deinen Stress zähmen kannst

Stress Managen

Reicht es nicht zu meditieren. Muss man dazu noch eine Entspannung üben?

Meiner Erfahrung nach, ist Meditation etwas anders gelagert, als eine körperliche Entspannung. Aus der Meditation kann zwar eine physiologische Entspannungsreaktion erfolgen, doch trainieren wir in erster Linie die Beruhigung des Geistes. Wir trainieren unsere Willenskraft, wir vernetzen den präfrontalen Cortex neu. Das kann sehr stressig und frustrierend sein und gerade anfangs eher aufwühlend wirken. Ich finde: wir profitieren vom Doppeltpack.

 

Warum Angst und Stress so ungünstig für unseren Körper sind

“ist unsere innere Einstellung von Hoffnung und Optimismus geprägt, werden im Gehirn Substanzen ausgeschüttet, die den Körper in einem weitgehend vom parasymphatischen Nervensystem kontrollierten Entspannungszustand versetzen. Dieser bietet die Voraussetzungen dafür, dass die natürlichen Selbstreparaturmechanismen des Körpers in Aktion treten und all das in Ordnung bringen, was nicht mehr richtig funktioniert (…) Sind wir dagegen im Griff negativer Überzeugungen, nimmt das Gehirn dies als Bedrohung wahr. Wenn es nach ihm ginge, könnte uns genau so gut ein Löwe auf den Fersen sein. Kampf oder Flucht, das ist jetzt die Frage. Während einer solchen Stressreaktion stellt der Körper langfristige Belange wie Zellerneuerung, Selbstreparatur und Reduzierung von Alterserscheinungen  zurück, denn er ist jetzt mit Wichtigerem beschäftigt”. (Dr. Lissa Rankin “Mind over Medicine”:68)

Stress und Entspannung kannst du nicht gleichzeitig empfinden

Ich möchte dich daher ermutigen, eine Entspannungstechnik zu lernen. Auch dann, wenn du meinst, viel für deine Entspannung bereits zu tun. Die Herausforderung ist, dass wir Menschen aktiv unserem sympathischen Nervensystem per “Knopfdruck” signalisieren müssen, dass die “Gefahr” vorüber ist. Ansonsten behält der Sympathikus (der gar nicht auf Dauer so sympathisch ist) die Kontrolle über unsere vitalen Funktionen, die so mit einem Schiff verglichen werden können, das unter Dauerbeschuss steht und daher nicht von Versorgungsschiffen gepflegt werden kann.

 Mein wichtigstes Werkzeug: Aktive Entspannung

Stress führt zu Entzündungen. Entzündung verschlechtert jede chronische Erkrankung und begünstigt zudem Depressionen

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