Über mich und warum es diese Webseite gibt

“Ändern Sie nichts!

-Leben Sie Ihr Leben weiter, wie bisher, aber spritzen Sie unbedingt Immunsupressiva”.

Das sagte der Neurologe, als ich fragte, was ich nun tun könne. Ich war gerade neu diagnostiziert mit Multipler Sklerose: Mein Körper attackierte gerade sein eigenes Nervensystem und ich hatte Lähmungserscheinungen. Ich gab mich nicht mit seiner Erklärung zufrieden, MS und alle anderen chronischen Autoimmunerkrankungen hätten absolut nichts mit dem Lebensstil zu tun, sondern ausschließlich mit der Genetik.

Ein Psychologe in der Reha erzählte mir später: “nur 8-10 % der Patienten, die eine lebensverändernde Diagnose bekommen, ändern etwas in ihrem Leben”. Irgendwie klar, wenn die Botschaft der Medizin lautet: “Weitermachen und Pillen schlucken”.

Damals wusste ich absolut nichts von funktioneller Medzin

-oder über die Wirkung von Stress auf das Immunsystem, Epigenetik, Darm-Hirn-Achse oder, oder, oder. Ich habe nur EIN Buch von einer Betroffenen gefunden, das Berichte über hilfreiche natürliche Verfahren bei MS enthielt. Im Internet, in den Selbsthilfegruppen, in den Vereinen wurde ausschließlich der Ärzte-Tenor wiedergegeben: Immunsystem unterdrücken und Spritzen, Spritzen, Spritzen. Ansonsten nichts ändern, außer vielleicht Arachidonsäure vermeiden. Ich fühlte aber, dass die Erkrankung ein lauter Hilferuf meines Körpers und meiner Seele war. Warum sonst würde mein Immunsystem anfangen, meine Nerven zu zerstören? Ein gebrochenes Bein hätte nicht diesen Weckruf gebracht. Also ging ich jedem Hinweis nach: Ich recherchierte, probierte, hoffte und resignierte. Ich ließ keine Ernährungsumstellung, Geistheiler oder Naturheilverfahren aus. Die Schübe ließen aber nicht nach, die Ängste wuchsen proportional zu den körperlichen Einschränkungen und Schmerzen.

Mein Durchbruch kam

-als ich lernte, mich bewusst in einen Entspannungszustand zu versetzen. Dann hatte ich endlich die Ruhe, wirklich in Kontakt mit meinen Bedürfnissen zu kommen und kreative Lösungen zu finden. Manche nenen das, was bei mir in der Ruhe zum Vorschein kam “der innere Arzt”. Ich nenne es “Ein starkes Gefühl dafür, was hilft und was schadet”. Es ist nur möglich, diese innere “Arzt-Stimme” zu vernehmen, wenn ich entspannt bin. Ich erkenne heute, dass diese unfassbar stressige Zeit von “trial and error” sehr wichtig war, wenn auch damals kaum auszuhalten.  Wenn ich feststellen musste, “dies oder jenes hilft mir nicht”, so war es für den Moment furchtbar, aber ich probierte weiter. Und sukzessive entdeckte ich hilfreiche und lindernde Maßnahmen.

Ich glaube daran, dass DU – dass jeder- diesen inneren Arzt in sich hat

Und ich glaube an die Selbsheilungskräfte meines Körpers. Wenn ich am Finger eine Wunde habe, schließt mein Körper sie von alleine und ich sehe nur zu. Mein Job ist es, meinem geliebten Körper die bestmöglichen Bedingungen zu bieten, damit ER seinen Job ausführen kann. Diese Bedingungen zu finden war sehr schwer und anstrengend und ich dachte mir, dass es vielleicht für andere hilfreich sein könnte, meine Erkenntnisse zur Verfügung zu stellen. Mich interessiert brennend, WARUM mir etwas hilft und gut tut. Es scheint, es gäbe gewisse Grundlagen, die jedem Körper helfen, sich selbst zu reparieren, unabhängig von individuellen Diagnosen. Meine Erkenntnisse teile ich mit dir.

Für mich gilt: Teilen ist Heilen

Der Name meines Projektes “Trotz allem bewegend”

-bezieht sich auf den Körper: Wohl dosierte Bewegung und absolut naturbelassene Nahrung sind für ihn und sein Funktionieren unverzichtbar, gerade dann, wenn man eine chronische Erkrankung hat.

-bezieht sich auf den Geist: nicht in Angst und Depression angesichts der Diagnose (und v.a. Prognose) zu verharren, obwohl alle Zeichen dafür sprechen. Es bedeutet für mich, seelisch die “Schleusen zu öffnen” für die Gnade und Liebe, die uns immer zur Verfügung stehen. Das erfordert Umdenken und Loslassen von dem meisten, was uns eingebläut wurde. Still sein und mir selbst zuhören, das war meine größte Herausforderung!

Trotz allem bewegend zu sein ist für mich eine Freude und tägliche Aufgabe. Schließlich bekam ich die mit der Diagnose MS gleichzeitig das ärztliche “Versprechen”, irgendwann gelähmt zu sein.